Der Wunsch vom zu Hause alt werden

In Deutschland gibt es über 2,5 Millionen Pflegebedürftige. Die wenigsten von ihnen werden jedoch im Pflegeheim betreut. Stattdessen versorgen sie Angehörige oder ein ambulanter Pflegedienst zu Hause. Das entspricht auch dem Wunsch vieler Menschen. Sie möchten so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden leben und dort alt werden.

Pflege zu Hause oder Pflege im Heim?

Dem Statistischen Bundesamt zufolge werden 70 Prozent aller Pflegebedürftigen zu Hause betreut. Die Pflegepersonen sind dabei meist die Angehörigen. Nur bei rund einem Drittel der zu Hause auf Pflege angewiesenen Menschen übernimmt ein ambulanter Pflegedienst teilweise oder komplett die Versorgung der Betroffenen. Der Vorteil der Pflege in den eigenen vier Händen liegt auf der Hand: Pflegebedürftige müssen sich an keine neue Umgebung gewöhnen und verbleiben in ihrem bisherigen sozialen Umfeld. Wird die Pflege durch einen Pflegedienst unterstützt, müssen sich die Senioren in der Regel nur an ein neues Gesicht gewöhnen. Auch eine 24-Stundenpflege zu Hause ist möglich. Sie wird von speziellen 24-Stunden-Deisnten angeboten.

Bei der stationären Pflege – also der Pflege im Pflegeheim – erfolgt die Betreuung ebenfalls rund um die Uhr. Jedoch leiden Altersheime mehr und mehr unter dem Fachkräftemangel. Aufgrund der ansteigenden Zahl von Pflegebedürftigen – bis 2050 sollen es 4,5 Millionen Personen sein – wird auch immer mehr Pflegepersonal benötigt. Jedoch entscheiden sich immer weniger Menschen, einen Pflegeberuf zu ergreifen. Das liegt vor allem an der schlechten Bezahlung. Aber auch Zeitdruck und hohe Belastungen führen dazu, dass viele Pfleger frühzeitig aus dem Beruf ausscheiden. Diese Entwicklung schadet am Ende den Pflegebedürftigen, wenn ihre Betreuung auf das Nötigste reduziert wird.

Barrierefreies Wohnen

Während ein Pflegeheim auf die Bedürfnisse seiner Bewohner sehr gut eingestellt ist, müssen Angehörige mitunter die Wohnung oder das Haus für die Pflege in den eigenen Wänden erst herrichten. Das betrifft insbesondere die Barrierefreiheit. Wohnt der Pflegebedürftige nicht im Erdgeschoss, muss etwa ein Treppenlift eingebaut werden, damit die Mobilität nicht zu sehr eingeschränkt wird. Aber auch in der Wohnung muss gegebenenfalls einiges umgebaut werden. So müssen beispielsweise Bad und WC auch mit Rollstuhl bzw. Rollator zugänglich sein. Alle Türschwellen sollten zudem verschwinden, denn selbst ein kleiner Absatz kann für gehbehinderte Personen zur großen Stolperfalle werden. In einigen Fällen unterstützt die gesetzliche Pflegeversicherung Umbaumaßnahmen. Pflegende und Gepflegte sollten sich daher nach den Leistungen erkundigen.

Vorbereitende Kurse besuchen

Wer seiner Mutter, seinem Vater oder einer anderen Personen den Wunsch vom zu Hause alt werden erfüllen will, der kann sich vorbereiten. Wie das Bundesgesundheitsministerium informiert, helfen Pflegeberater in Pflegestützpunkten zu allen Fragen zur Pflegebedürftigkeit weiter. Es besteht zudem die Möglichkeit, an Schulungen teilzunehmen, etwa von der Krankenkasse, Sozialstationen oder Wohlfahrtsverbänden. Dort lernen Angehörige auch andere Betroffene kennen, mit denen sie sich über ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig Tipps für die Pflege zu Hause geben können.

Quelle: Infobroschüre „Wenn Pflegen krank macht“