Glossar

Tages- und Nachtpflege

Tages- und Nachtpflege, oder auch teilstationäre Versorgung bezeichnet die zeitweise Betreuung von Pflegebedürftigen in einer professionellen Einrichtung. Die Tages- und Nachtpflege kann genehmigt werden, wenn die häusliche Pflege nicht ausreicht, um eine pflegebedürftige Person umfassend und bedarfsgerecht zu versorgen oder wenn sie als Ergänzung und Stärkung der häuslichen Pflege dient. Meist werden Pflegebedürftige morgens abgeholt und am Nachmittag oder Abend wieder nach Hause gebracht. Berufstätige Angehörige können so ihrer Tätigkeit nachgehen und wissen, dass ihr pflegebedürftiges Familienmitglied gut versorgt ist.

Die professionelle Tages- und Nachtpflege kann sowohl von einem ambulanten Pflegedienst durchgeführt werden als auch in einer Einrichtung stattfinden. Ziel ist es immer, den Pflegebedürftigen so gut wie möglich zu versorgen und die Angehörigen bestmöglich zu entlasten. Auch für die Versorgung an Wochenenden, bei besonderen Verpflichtungen der pflegenden Angehörigen oder in Ausnahmefällen kann zusätzliche Tages- und Nachtpflege in Frage kommen. So können Pflegebedürftige beispielsweise vorrübergehend zur Entlastung der Angehörigen in einer Tagespflegeeinrichtung untergebracht und am Abend oder am Ende des Wochenendes wieder abgeholt werden.

Kostenübernahme für die Tages- und Nachtpflege

Die Kosten für die professionelle Tages- und Nachtpflege werden von der Pflegekasse teilweise übernommen. Je nach festgestellter Pflegestufe variiert die Höhe der Leistungen. In der Pflegestufe I beläuft sich die monatliche Höchstgrenze für die Tages- und Nachtpflege seit Januar 2015 auf bis zu 450 Euro, in der Pflegestufe II auf bis zu 1.100Euro und in der Pflegestufe III auf bis zu 1.550 Euro. Bei Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz fallen die Beträge entsprechend höher aus.

Die Pflegekasse kommt für die Kosten für die Pflege, für die soziale Betreuung sowie für die medizinische Behandlungspflege auf. Auch Hol- und Bring-Services sind im Leistungsumfang enthalten. Alle darüber hinausgehenden Kosten für die Tages- und Nachtpflege, etwa für Unterkunft oder Verpflegung (die sog. „Hotelkosten“), müssen jedoch selbst getragen werden. Es sollte bei der Auswahl der Pflegeeinrichtung unbedingt darauf geachtet werden, dass diese über einen Vertrag mit der Pflegeversicherung verfügt. Ansonsten übernimmt die Kasse nur 80 Prozent des jeweiligen Höchstbetrags.

Neuerungen bei der Tages- und Nachtpflege

Durch die Pflegereform und die damit erlassenen Pflegestärkungsgesetze gibt es bei der Tages- und Nachtpflege seit 2015 Neuerungen. So werden die Leistungen hierfür nicht mehr mit den Pflegesachleistungen oder mit dem bezogenen Pflegegeld verrechnet, sondern zusätzlich im vollen Umfang gezahlt. Somit können sowohl Pflegebedürftige, die von einem ambulanten Pflegedienst betreut werden als auch solche, deren Angehörige die Pflege übernehmen, Leistungen der Tages- und Nachtpflege in Anspruch nehmen. Auch ist der Leistungsumfang für die Betreuung verbessert und der jeweilige Höchstbetrag in den Pflegestufen angepasst worden. Der Gesamtanspruch kann sich bei der Leistungskombination auf das 1,5-fache der für die Pflegestufe geltenden Pflegesachleistungen belaufen.