Glossar

Pflegesachleistungen

Bei Pflegesachleistungen handelt es sich im Rahmen der häuslichen Pflege um Leistungen der Sozialen Pflegeversicherung. Unter Pflegesachleistungen versteht man häusliche Pflegeunterstützung durch einen anerkannten Pflegedienst. Es handelt sich nicht um eine Kostenerstattung! Versicherte erhalten häusliche Pflegehilfe durch einen Pflegedienst, der diese Leistung aufgrund eines Versorgungsvertrages mit der Pflegekasse abrechnen kann. Die Pflegesachleistungen dienen dazu, den Pflegebedürftigen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden professionell zu betreuen.

Umfang der Pflegesachleistungen

Pflegesachleistungen durch einen ambulanten Pflegedienst umfassen die Grundpflege, die häusliche Betreuung sowie die hauswirtschaftliche Versorgung. Die Behandlungspflege ist keine Pflegesachleistung! Aus verschiedenen Leistungskomplexen können Pflegebedürftige die Tätigkeiten wählen, die sie beanspruchen möchten. Das kann etwa die Hilfe bei der Körperhygiene, bei der Zubereitung von Mahlzeiten, bei der Mobilisierung sowie beim Einkaufen sein oder andere im Haushalt anfallende Tätigkeiten umfassen wie z.B. Waschen, Bügeln und Putzen.

Wird der Pflegebedürftige von einer nicht-professionellen Person – beispielsweise von einem Angehörigen – gepflegt, erhält er ein Pflegegeld. Die Kombination von Pflegesachleistungen und Pflegegeld ist möglich, wenn man nur einen Teil der Pflegesachleistungen beansprucht. Das Verhältnis, in dem Pflegesachleistungen und Pflegegeld kombiniert werden, kann alle sechs Monate neu bestimmt werden. Pflegehilfsmittel sowie eine Tages- und Nachtpflege können zusätzlich zu den Pflegesachleistungen beantragt werden.

Betreut eine Pflegekraft mehrere Pflegebedürftige innerhalb eines Haushalts, ist es möglich, die Ansprüche auf Pflegesachleistungen zusammenzulegen.

Voraussetzungen für den Bezug von Pflegesachleistungen

Grundvoraussetzung für den Bezug von Pflegesachleistungen ist das Vorliegen des Pflegegrads 2. Weiterhin können die Leistungen nur bezogen werden, wenn der Pflegebedürftige in seinem eigenen Zuhause oder dem Haushalt von Bekannten oder Angehörigen gepflegt wird, jedoch nicht wenn er in einer stationären Einrichtung untergebracht ist, die der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation dient. Die Pflege in Alten- oder Behindertenwohnheimen hingegen wird im Rahmen der Pflegesachleistungen übernommen. Zudem darf keine häusliche Krankenpflege im Sinne einer Grundpflege und hauswirtschaftlichen Tätigkeit beansprucht werden, die von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen wird.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann der ambulante Pflegedienst die Pflegesachleistungen abrechnen.

Gesetzliche Höchstbeträge für Pflegesachleistungen

Die Höhe der Pflegesachleistungen hängt unmittelbar mit dem Pflegegrad des Betroffenen zusammen. Entsprechend können Pflegebedürftige zwischen 231 € und 1.612 € in Form von Pflegesachleistungen erhalten.

Übersteigt der Pflegeaufwand den Grad des Pflegegrades 5, liegt ein sogenannter Härtefall vor. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn aufgrund einer Erkrankung im Endstadium oder einer schweren Demenz auch nachts regelmäßig Pflege gewährleistet sein muss. In diesem Fall kann sich der gesetzliche Höchstbetrag auf bis zu 1.995 € belaufen.

Die Abrechnung der Pflegesachleistungen erfolgt direkt zwischen Pflegedienst und Pflegeversicherung. Alle Kosten, welche die gesetzlichen Höchstbeträge für Pflegesachleistungen übersteigen, müssen von den Versicherten selbst getragen werden. In diesem Fall kann allerdings eine staatlich geförderte private Pflegeversicherung greifen oder es können ggf. Sozialhilfeleistungen in Anspruch genommen werden. Wird die häusliche Pflege von einem nicht durch die Pflegeversicherung zugelassenen, professionellen Pflegedienst erbracht, haben Pflegebedürftige einen Anspruch auf die Erstattung von 80 Prozent des individuellen Höchstbetrags. Eine Inanspruchnahme von Sozialleistungen zur Abdeckung der Restkosten ist in diesem Fall jedoch nicht möglich.