Häusliche Sterbebegleitung

Abschied nehmen zu Hause

Häusliche Sterbebegleitung

Von den geliebten Menschen Abschied zu nehmen, ist nicht leicht. Nahezu jeder Mensch wünscht sich deshalb, seine verbleibende Lebenszeit zu Hause in gewohnter Umgebung zu verbringen. Dort, wo unzählige Erinnerungen an vergangene Erlebnisse und glückliche Zeiten wohnen, fällt der letzte Lebensabschnitt leichter als in der anonymen Umgebung eines Pflegeheims oder Krankenhauses. Im eigenen Heim und umgeben von lieben Menschen wird der Abschied persönlicher und intimer. Damit dabei auch die letzten Momente des Lebens so angenehm wie möglich sind und alle medizinisch notwendigen Maßnahmen getroffen werden können, bietet Toll Betreuung bundesweit häusliche Sterbebegleitung an, mit der das Abschied nehmen zu Hause eine durchführbare Alternative zu stationärer Betreuung wird.

Professionelle Sterbebegleitung für einen Abschied im Familienkreis

Für Toll Betreuung bedeutet Sterbebegleitung nicht nur, Grundpflege zu leisten, Angehörige zu entlasten, den Haushalt zu führen und rund um die Uhr vor Ort zu sein. Unsere erfahrenen Pflegekräfte leisten auch psychische Unterstützung während der schwierigen letzten Lebensphase und wissen um die hohe emotionale Belastung, welche diese mit sich bringt. Daher verstehen wir die Pflege eines Menschen am Ende seines Lebens nicht nur als Betreuung, sondern als Sterbebegleitung. Einfühlungsvermögen, ein stets offenes Ohr und das Erkennen der Wünsche der zu pflegenden Person sind uns deshalb ganz besonders wichtig. Das bedeutet, dass der Sterbende selbst bis zum Schluss über seinen Zustand entscheiden kann und weder von Ärzten noch von Angehörigen oder Pflegenden fremdbestimmt wird – ein würdevolles Leben bis zum Schluss.

Sterbebegleitung in Zusammenarbeit mit Palliativteams und Schmerztherapeuten

Viele Angehörige und auch Kranke selbst entscheiden sich für einen Umzug ins Pflegeheim oder Krankenhaus, da sie die Pflegeanstrengungen nicht mehr bewältigen können, bzw. ihren Angehörigen nicht zur Last fallen möchten. Deshalb sterben die meisten Menschen noch immer nicht zu Hause – obwohl das ihr innigster Wunsch wäre. Mit der Sterbebegleitung von Toll Betreuung ist ein Umzug nicht notwendig, da alle pflegerischen Maßnahmen von uns rund um die Uhr bei Ihnen zu Hause durchgeführt werden können. Angehörige und liebe Familienmitglieder können wie gewohnt ein und aus gehen und Pflegebedürftige sind auch in der letzten Phase des Lebens optimal versorgt. Unsere festangestellten Pflegekräfte nehmen sich alle Zeit für Sie, die Sie brauchen und sind geschult in der Kooperation mit ambulanten Krankenpflegediensten, Palliativteams und Schmerztherapeuten. Dadurch versuchen wir, Schmerzen entgegenzuwirken und den Zustand des Sterbenden nach seinen Wünschen zu gestalten. Teil der Sterbebegleitung ist es außerdem, dem Sterbenden die Angst zu nehmen und Ruhe zu schenken. So stehen nicht nur körperliche, sondern auch psychische und soziale Bedürfnisse ganz im Fokus der Betreuung. Die Sterbebegleitung zu Hause ermöglicht einen würdevollen Abschied genau dort, wo auch das Leben seinen Mittelpunkt hatte.

Weitere Informationen: Die Entwicklung der Sterbebegleitung

Vor allem Menschen mit Krankheiten zum Tode wissen, dass ihnen nur noch eine eng begrenzte Zeit bleibt. Diese Patientengruppe braucht eine sichere fachliche medizinische Versorgung und eine würdevolle Begleitung. Die Medizin hat normalerweise den Anspruch zu heilen. Den muss sie jedoch bei diesen Patienten aufgeben. Es geht hier um Linderung der Beschwerden, um Schmerztherapie und um Erleichterungen. Der Fachbegriff dafür heißt Palliativmedizin. Pallium ist das lateinische Wort für einen weiten Mantel und so versteht sich diese Medizin: als beschützend und lindernd. Palliatvmedizin wird in entsprechenden Fachkliniken geleistet und ambulant von den Palliativ-Teams.


Die Hospizbewegung

Die Hospizbewegung

Die Herbergen des Mittelalters, meist von christlichen Orden oder Klöstern betrieben, boten nicht nur Reisenden Unterkunft. Sie versorgten Verwundete und betreuten Sterbende. Bereits damals trugen sie denlateinischen Namen Hospiz. Der Gedanke der „Beherbergung“ Sterbender wurde im 19. Jahrhundert wiederbelebt. Madame Jeanne Garnier gründete 1842 in Lyon ein Hospiz. In Dublin öffneten die irischen Schwestern der Nächstenliebe 1879 das Our Lady‘s Hospice for the Care of the Dying. Dame Cicely Mary Strode Saunders, (* 22. Juni 1918 in Barnet, Hertfordshire; † 14. Juli 2005 in London) gründete 1967 mit dem St. Christopher’s Hospice im Süd-Osten Londons das erste Hospiz der Neuzeit. Cicely Sounders gilt zusammen mit Elisabeth Kübler-Ross als Begründerin der modernen Hospizbewegung. Weltweit entstanden mehr als 8000 Hospize, in Deutschland gibt es davon über 200. In 231 Krankenhäusern sind Palliativstationen eingerichtet und bis zu 100.000 Freiwillige engagieren sich ehrenamtlich in ambulanten Hospizgruppen.

Stationäre Hospize

Stationäre Hospize

In diesen Einrichtungen erhalten Sterbende und ihre Angehörigen Begleitung, Beratung und medizinisch-pflegerische Versorgung durch ein multidisziplinäres Team aus Fachärzten, Fachpflegekräften, Psychologen und Therapeuten. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Kontrolle verschiedener belastender Symptome, etwa durch Schmerztherapie. An erster Stelle steht aber der Wille des Kranken. Für Angehörige wird Beratung und Trauerbegleitung angeboten. Hospize sind meist kleinere Einrichtungen mit weniger als 30 Betten. Sie gelten rechtlich als Pflegeheime.

Ambulante medizinische Versorgung

Ambulante medizinische Versorgung

Seit 2007 gibt es für Sterbenskranke mit hohem medizinischem Versorgungsaufwand den Anspruch auf häusliche Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV). Ein Krankenhausaufenthalt wäre für die Betroffenen eine unnötige Belastung. Erbracht werden die Leistungen von den Palliative Care Teams (PCT). In einem PCT arbeiten Ärzte mit der Zusatzausbildung Palliativmedizin und Gesundheits- und Krankenpfleger mit entsprechender Weiterbildung zusammen. Hausärzte werden, als behandelnde Ärzte, in die medizinische Therapie einbezogen. Physiotherapeuten, Sozialarbeiter, Psychologen bzw. Psycho-Onkologen und Seelsorger können zusätzlich Teil eines PCT sein. Nach den neuesten Veröffentlichungen (2011) haben bisher 186 Palliative Care Teams Verträge für SAPV-Leistungen mit den Krankenkassen abgeschlossen.

Palliativstationen

Palliativstationen

Palliativstationen behandeln Patienten, die an einer fortgeschrittenen, lebensbedrohlichen Erkrankung wie Krebs, ALS (Amyotrope Lateralsklerose), COPD (chronisch obstruktive Lungenkrankheit) leiden. Bei den Patienten liegen in der Regel körperliche oder seelische Symptome vor, die ambulant nicht oder nur schwer beherrschbar sind, etwa Übelkeit, Angst,Schwäche, Schmerzen, Verwirrtheit oder Luftnot. Die medizinischen Ziele der Palliativstationen sind, den unheilbar kranken Patienten medizinisch zu betreuen und seine Angehörigen zu entlasten. In den Palliativstationen ist es zumeist möglich, dass Angehörige den ganzen Tag bei dem kranken Menschen bleiben können. Zu den Aufgaben der Palliativstation gehört die Bekämpfung der Schmerzen und anderer Symptome, die im Endstadium schwerer Krankheiten auftreten. Wenn es gelingt, die Beschwerden der Patienten zu lindern und seine Situation zu stabilisieren, werden die Patienten wieder nach Hause entlassen. Palliativstationen sind nicht als Sterbeorte gedacht; im Durchschnitt bleiben die Patienten dort 10 bis 12 Tage.

Ambulante Hospizgruppen

Ambulante Hospizgruppen

Ein sterbenskranker Patient im Hausebedeutet eine schwere Belastung. Viele Familien reagieren hilf-und planlos. Sie fühlen sich von Ereignissen überrollt, die sie nicht kontrollieren können. In dieser Situation helfen Mitglieder ambulanter Hospizgruppen. Die geschulten ehrenamtlichen Helfer kommen ins Haus und entlasten die Angehörigen stundenweise. Sie bleiben bei den Sterbenden bei den so genannten Sitzwachen. In dieser Zeit wachen sie am Sterbebett. Sie hören dem Sterbenden zu, reden mit ihm, berühren ihn oder machen kleine Handreichungen. Sie geben den Angehörigen Raum, wieder zu sich zu kommen und sich zu sammeln. „Sterbende wissen, was ihre Angehörigen empfinden, sagt Magdalene Weinmann von der Hospizgruppe Filderstadt. „Sie wollen sie schonen. Für Menschen in der letzten Lebensphase ist es eine große Erleichterung, wenn jemand neutrales anwesend ist, die oder der nicht zur Familie gehört.“

Fazit

Fazit

Die Versorgungslage hat sich für sterbenskranke Menschen in den letzten Jahren verbessert. Die medizinische Betreuung mit ambulanter Palliativversorgung wurde ausgebaut. Von einer flächendendeckenden Versorgung kann allerdings nicht gesprochen werden. Für viele Betroffene stellt sich die Frage nach dem wo und dem wie ihres Sterbens nicht. Sie haben immer noch keine Wahl. Die Einstellung zu Tod und Sterben kann kein Sozialgesetz und keine Krankenkasse regeln. Die gesellschaftliche Diskussion darüber ist notwendig.