Pflege nach Herzinfarkt, 24 Stunden Pflege nach einem Herzinfarkt, Richtige Ernährung, Nachversorgung nach einem Herzinfarkt

Die Pflege nach Herzinfarkt bedarf voller Aufmerksamkeit

Die Pflege nach Herzinfarkt bedarf voller Aufmerksamkeit

Über 300.000 Menschen erleiden jedes Jahr einen Herzinfarkt in Deutschland. Bei dem doch lebensbedrohlichen Herzinfarkt sterben Herzmuskelzellen ab. Schuld ist in der Regel der akute Verschluss eines Herzkranzgefäßes durch einen Thrombus. Es können viele Faktoren einen Herzinfarkt auslösen. Zu den wichtigsten, durch Lebensweise und Medikamente beeinflussbaren Risikofaktoren zählen: erhöhte Blutfette, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Rauchen. Ungesunde Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress können eine koronare Herzkrankheit begünstigen.

Wir bieten Ihnen die beste Nachversorgung nach einem Herzinfarkt:

Unsere Pflegekräfte entsprechen den besten Anforderungen, die nach einem Herzinfarkt oder auch bei bestehenden Herzkrankheiten notwendig sind. Am wichtigsten ist, dass der Pflegende unter ständiger Beobachtung steht. Die Gefahr eines Zweitinfarktes ist hoch und auch Herzrhythmusstörungen oder ein karidogener Schock sind nicht auszuschließen. Deshalb ist vor allem bei der Pflege nach einem Herzinfarkt die genaue Kontrolle der Herz-Kreislaufwerte sowie der Vitalfunktionen des Pflegebedürftigen wichtig, um etwaigen Komplikationen vorzubeugen. Auch das sofortige Erkennen und Behandeln von erneuten Herzinfarktsymptomen wie Unruhe, Übelkeit oder akutem Schmerz kann Leben retten. Dank der professionellen Ausbildung und der ständigen Weiterbildungsmaßnahmen der Pflegekräfte von Toll Betreuung können Sie sich darauf verlassen, dass Sie die Pflege nach einem Herzinfarkt in sichere Hände legen und wenn nötig eine Betreuung rund um die Uhr gewährleistet ist.

Unsere Pflegekräfte achten auf einen gesunden Lebensstil

Wer auf einen gesunden Lebensstil achtet, kann einem Herzinfarkt vielfach vorbeugen. Unsere Pflegekräfte achten auf mögliche Risikofaktoren und versuchen diesen entgegenzuwirken. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist immer sinnvoll. Empfohlen wird die sogenannte Mittelmeerkost: Wenig tierische Fette und Fleisch, stattdessen pflanzliche Öle, zweimal pro Woche Seefisch und viel Obst und Gemüse. Zudem sollte bei Übergewicht darauf geachtet werden dieses langsam zu reduzieren. Auch das Rauchen sollte aufgegeben werden. Raucher haben ein etwa dreimal so hohes Infarktrisiko wie Nichtraucher. Wer das Laster aufgibt, kann sein Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten also deutlich reduzieren. Bluthochdruckpatienten sollten auf gute Werte (unter 140/90 mm Hg) achten. Neben einer salzarmen Ernährung und regelmäßiger Bewegung sind dazu meist Medikamente nötig.

Auch Bewegung gehört zur Pflege nach Herzinfarkt

Mäßige Bewegung ohne Überanstrengung gehört ebenfalls zu den Grundpfeilern der Pflege nach einem Herzinfarkt und wird von unseren Pflegekräften liebevoll und kompetent übernommen. Regelmäßige Übungen und langsame Mobilisierung regen die Durchblutung an und werden in Absprache mit den behandelnden Ärzten genau auf den Betroffenen zugeschnitten. Entspannungsübungen helfen außerdem dabei, Stress zu vermeiden und das Herz zu schonen.
Die Pflegekräfte von Toll Betreuung erinnern den Pflegebedürftigen nach einem Herzinfarkt außerdem daran, dass Medikamente regelmäßig und korrekt eingenommen werden sollten. Auch das Einkaufen und Kochen kann von unseren Pflegekräften selbstverständlich übernommen werden und ist vor allem dann sinnvoll, wenn im Sinne der Herzgesundheit oder bei Diabetes eine Ernährungsumstellung vorgenommen werden muss. Auch kümmern wir uns je nach Ihrem individuell gewünschten Leistungspaket zum Beispiel um die Haushaltsführung und andere alltägliche Belange. Toll Betreuung ist auch bei der Pflege nach einem Herzinfarkt voll und ganz darauf bedacht, mit einer allumfassenden Versorgung auf physischer und psychischer Ebene professionell sowie einfühlsam und individuell auf die Betroffenen einzugehen und die Gesundheit auch bei Herzproblemen zu erhalten und zu verbessern.


Klinik bekämpft erstmals Krebs erfolgreich mit neuer Methode

Klinik bekämpft erstmals Krebs erfolgreich mit neuer Methode

Klinik bekämpft erstmals Krebs erfolgreich mit neuer Methode

Die photodynamische Therapie zerstört die Tumorzellen mittels Laserlicht. (Foto: Robert-Bosch-Krankenhaus)

Mit einer erst seit Kurzem in Deutschland zugelassenen Therapie hat das Robert-Bosch-Krankenhaus einen Gallengangtumor behandelt. Die Tumorzellen werden mit dem Laser verbrannt.

Bei der 73 Jahre alten Patientin wiesen Haut und Augen eine starke Gelbfärbung auf. Mit Verdacht auf Gallensteine kam sie ins Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus, wo nach Angaben der Klinik ein Cholangiokarzinom, ein bösartiger Tumor im Gallengang, diagnostiziert wurde. Dieser sei so groß gewesen, dass er bereits den Fluss der Galle behinderte.

Galle ist eine zähe Körperflüssigkeit, die in der Leber produziert, in der Gallenblase zwischengespeichert und zu den Mahlzeiten in den Zwölffingerdarm ausgeschüttet wird. Auf ihrem Weg durchläuft sie ein Gangsystem – die Gallenwege.

Tumor breitete sich in die Leber aus

Der Tumor breitete sich bereits entlang der Gallenwege weit in beide Seiten der Leber aus – zu weit, um ihn chirurgisch entfernen zu können. Für eine Chemotherapie sei die Patientin zu schwach gewesen. Prof. Jörg G. Albert, Chefarzt der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, und sein Team im Robert-Bosch-Krankenhaus entschieden sich deshalb erstmals für den Einsatz der sogenannten photodynamischen Therapie.

Erst seit Kurzem zugelassene Methode

Diese Methode gibt es zwar schon seit Jahren, ist aber erst seit Kurzem in Deutschland zur Behandlung von Gallengangstumoren zugelassen.

Für die so genannte photodynamischen Therapie bekommt der Patient über die Vene eine Substanz gespritzt, die die Zellen im Körper extrem lichtempfindlich werden lässt. Dadurch können die kranken Zellen zielgenau im Gallengang mit Laserlicht bestrahlt werden. Wie bei einem Sonnenbrand zerstört das Licht das kranke Gewebe: Die Tumorzellen verbrennen und sterben ab.

Schonender als Chemotherapie

„Damit ist die photodynamische Therapie deutlich schonender als eine Chemotherapie, die immer auch gesunde Zellen zerstört“, sagt Prof. Albert. Weil ein Gallengangstumor oft spät erkannt werde, seien die Heilungschancen nur begrenzt. Durch die photodynamische Therapie könne die Lebensqualität der Patienten erhalten oder signifikant verbessert, ihr Leben verlängert werden.

Zwei Wochen Schutz vor der Sonne

Nach Angaben des Krankenhauses hat die Patientin den rund anderthalb Stunden dauernden Eingriff sehr gut überstanden. Zwei Wochen noch lag sie in einem abgedunkelten Zimmer, musste sich vor der Sonne schützen, da auch ihre Hautzellen sehr lichtempfindlich waren und bei Sonneneinstrahlung sofort verbrannt wären.

 

Quelle: https://www.schwaebische.de/sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-klinik-bek%C3%A4mpft-erstmals-krebs-erfolgreich-mit-neuer-methode-_arid,10934162.html


Wer seine Lebensweise ändert, braucht kaum noch Blutdruckmedikamente

Wer seine Lebensweise ändert, braucht kaum noch Blutdruckmedikamente

Wer seine Lebensweise ändert, braucht kaum noch Blutdruckmedikamente

Viele Menschen zählen zu den sog. Hochdruckpatienten. Irgendwann erhielten sie eine Bluthochdruckdiagnose und oft auch den Satz: Da müssen Sie jetzt zeitlebens Medikamente nehmen. Wer rauchte, Alkohol trank und Übergewicht hatte, bekam den Tipp, diese drei Missstände zu beheben. Konkrete Unterstützung in Sachen Ernährung oder Sport fehlte bislang. Gäbe es hier jedoch Programme oder Kurse, an denen die Patienten teilnehmen könnten, müssten viele oft schon nach vier Monaten keine Blutdruckmedikamente mehr einnehmen – wie eine Studie vom September 2018 zeigte.

Je gesünder man lebt, umso weniger Blutdruckmedikamente sind nötig

Bluthochdruck muss kein Dauerzustand bleiben, wie eine Studie zeigte, die bei einer jährlichen Konferenz der American Heart Association zum Thema „Neueste Erkenntnisse im Bereich Bluthochdruck“ vorgestellt wurde.
„Änderungen der Lebensweise – wie etwa eine gesündere Ernährung und regelmäßige Bewegung – können ganz enorm die Zahl jener Patienten reduzieren, die auf blutdrucksenkende Medikamente angewiesen sind. Dies trifft insbesondere auf Personen zu, die einen Bluthochdruck bis zu einem systolischen Wert von 160 mmHg haben und einen diastolischen zwischen 80 und 99 mmHg“, erklärt Studienautor Dr. Alan Hinderliter, Assistenzprofessor der Medizin an der University of North Carolina in Chapel Hill.

Gesunde Ernährung, Gewichtsmanagement und dreimal wöchentlich Sport

An Hinderliters Studie nahmen 129 Bluthochdruckpatienten zwischen 40 und 80 Jahren teil. Mehr als die Hälfte sollten nach den offiziellen Richtlinien nun Bluthochdruckmedikamente nehmen. Im Verlauf der Untersuchung wollte man sehen, ob sich allein mit der Änderung der Lebensweise der Blutdruck senken ließ oder ob die Patienten Blutdrucksenker einnehmen müssten.

Die Probanden wurden dazu in drei Gruppen aufgeteilt:

  • Gruppe 1 erhielt eine Ernährungsumstellung nach der DASH-Diät. Auch nahmen diese Personen an einem Kurs zur Gewichtsreduzierung inkl. dreimal wöchigem Sportprogramm teil. Die DASH-Ernährung besteht insbesondere aus Früchten, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Saaten. Auch fettarme Milchprodukte sind erlaubt, während nur minimale Mengen an Fleisch, Salz und Süßigkeiten gegessen werden.
  • Gruppe 2 stieg mit Hilfe eines Ernährungsberaters nur auf die DASH-Ernährung um.
  • Gruppe 3 änderte nichts, blieb also bei der gewohnten Lebens- und Ernährungsweise.

Wer gesund lebt, braucht nur noch in seltenen Fällen Blutdruckmedikamente

Nach nur vier Monaten (16 Wochen) zeigten sich die folgenden Ergebnisse:

  • Gruppe 1 verlor durchschnittlich 9,5 Kilogramm und konnte den vormals zu hohen Blutdruck um durchschnittlich 16 mmHg (systolischer Wert) und 10 mmHg (diastolischer Wert) senken.
  • Gruppe 2 konnte den hohen Blutdruck ebenfalls senken, nämlich um durchschnittlich 11 bzw. 8 mmHg.
  • Bei Gruppe 3 aber, die bei ihren alten Ernährungs- und Lebensgewohnheiten geblieben war, zeigte sich kaum eine Veränderung der Blutdruckwerte.
  • Zum Studienende benötigten also nur 15 Prozent von Gruppe 1 Blutdruckmedikamente. In Gruppe 2 waren es 23 Prozent und in Gruppe 3 musste die Hälfte schliesslich Blutdruckmedikamente nehmen.

Professor Hinderliter empfiehlt nicht nur Bluthochdruckpatienten, sondern allen Menschen mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko, die entsprechenden Änderungen der Ernährungs- und Lebensweise umzusetzen.

Nicht nur der Blutdruck wird sich bessern!

Zu bedenken ist, dass die so positiven Ergebnisse in oben vorgestellter Studie bereits nach vier Monaten eintraten. Wer weiss, wie sich die Werte noch weiter verbessern werden, wenn die Patienten dauerhaft bei dieser Ernährungs- und Lebensweise bleiben. Denn die genannte Ernährung in Kombination mit einem gesunden Körpergewicht und regelmässiger Bewegung bessert natürlich nicht nur den Blutdruck, sondern auch

  • den Blutzuckerspiegel (und reduziert so das Diabetesrisiko),
  • die Blutfettwerte (Triglyceride und Cholesterin),
  • die Knochengesundheit (deutlich vermindertes Osteoporoserisiko),
  • die Verdauung,
  • die Lebergesundheit,
  • die kognitiven Funktionen (geringeres Demenzrisiko) usw.

Kurz, die Gesamtgesundheit wird massiv verbessert, die Leistungsfähigkeit und Fitness steigen und man fühlt sich jünger denn je.

Wir stellten schon hier eine Studie aus dem Jahr 2017 vor, in der sich ergab, dass bereits eine vierwöchige Ernährungsumstellung auf die DASH-Ernährung den Blutdruck besser senken konnte als die üblichen Blutdrucksenker.

Wie setzt man all das praktisch um?

Wenn auch Sie diese Erfolge erleben möchten, melden Sie sich noch heute in einer Sportgruppe, einem Fitnessstudio oder bei einem Personal Trainer an und informieren Sie sich hier über die Regeln einer gesunden Ernährung. Falls Sie sich eine Ernährungsumstellung selbst nicht zutrauen, nutzen Sie für die Anfangszeit die vierwöchige Entschlackungskur, die Ihnen einen wunderbaren Einstieg in die gesunde und vollwertige Ernährung bietet oder kontaktieren Sie einen ganzheitlichen Ernährungsberater.

Einen beispielhaften dreitägigen Ernährungsplan für Menschen mit Bluthochdruck finden Sie ebenfalls bei uns. Weitere köstliche Rezepte aus der gesunden Küche bietet Ihnen unsere Rezepterubrik sowie unser Kochstudio auf Youtube.

 

Quelle: Zentrum der Gesundheit


Deutscher Förderpreis für Schmerzforschung und Schmerztherapie ausgeschrieben

DGS – Die Versorgergesellschaft stiftet Schmerzpreis 2019

DGS – Die Versorgergesellschaft stiftet Schmerzpreis 2019

Deutscher Förderpreis für Schmerzforschung und Schmerztherapie ausgeschrieben

Berlin, 27.08.2018. Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) verleiht seit 1986 zusammen mit der Deutschen Schmerzliga e.V. (DSL) jährlich den DEUTSCHEN SCHMERZPREIS – Deutscher Förderpreis für Schmerzforschung und Schmerztherapie. Mit ihm werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich durch wissenschaftliche Arbeiten über Diagnostik und Therapie akuter und chronischer Schmerzzustände verdient gemacht oder die durch ihre Arbeit oder ihr öffentliches Wirken entscheidend zum Verständnis des Problemkreises Schmerz und den davon betroffenen Patienten beigetragen haben.

Der Förderpreis in Höhe von 5.000 € wird im Rahmen des Deutschen Schmerz- und Palliativtages in Frankfurt/Main verliehen und im Jahr 2019 gemeinsam von der DGS, der größten Gesellschaft praktisch tätiger Schmerztherapeuten, und der DSL, der bundesweit größten Selbsthilfeorganisation chronisch schmerzkranker Menschen und ihrer Angehörigen, erstmals ohne kommerzielle Unterstützung der pharmazeutischen Industrie gestiftet. Nominierungen und Bewerbungen müssen bis spätestens 30. November 2018 bei der Geschäftsstelle eingereicht werden. Die Wahl erfolgt durch eine unabhängige Jury und den wissenschaftlichen Beirat.

***

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) ist mit rund 4.000 Mitgliedern die größte Gesellschaft praktisch tätiger Schmerztherapeuten in Europa. Sie setzt sich für ein besseres Verständnis und für bessere Diagnostik und Therapie des chronischen Schmerzes ein. Bundesweit ist sie in rund 125 regionalen Schmerzzentren organisiert, in denen interdisziplinäre Schmerzkonferenzen veranstaltet werden. Oberstes Ziel der DGS ist die Verbesserung der Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen. Mit der Anfang 2018 verabschiedeten DGS-Agenda 2020plus soll zukünftig die Qualität in der Schmerzmedizin durch die Etablierung von Therapiestandards sowie die Verbesserung der Aus-, Fort- und Weiterbildung auf den Gebieten der Schmerzdiagnostik und Schmerztherapie für Ärzte aller Fachrichtungen noch weiter ausgebaut werden.

Zur Deutschen Schmerzliga e.V. (DSL) gehören inzwischen mehr als 3.000 Mitglieder, die von spezifischen Informationsangeboten und individueller Beratung profitieren. Mehr als 80 regionale Selbsthilfegruppen bieten Patienten sogar konkrete Unterstützung vor Ort. Auf Bundesebene engagiert sich der Verein darüber hinaus für die Rechte von Betroffenen in Öffentlichkeit und Politik. Zudem hat die Patientenorganisation mit der DGS einen starken ärztlichen Partner an der Seite – mit dem Überblick über die aktuellsten Erkenntnisse auf dem Gebiet der Schmerzmedizin.

Weitere Aktivitäten der DGS
Im Laufe der Jahre konnte die Fachgesellschaft viele ihrer Ziele realisieren. Dazu gehören der Aufbau des bundesweiten Versorgungsforschungsprojekts „DGS PraxisRegister Schmerz“ und die Entwicklung von „DGS PraxisLeitlinien“, die neue Standards für eine patientenorientierte schmerzmedizinische Versorgung setzen. Die DGS gibt den „Schmerztherapieführer“ heraus, in dem alle Mitglieder aufgelistet sind. Über die Fortbildungsplattform „DGS-Campus“ können sich Schmerzmediziner regelmäßig zertifizieren lassen – zusätzlich wurden hier nichtärztliche Berufsgruppen wie Physiotherapeuten und Apotheker („NetzwerkApotheke Schmerz“) in die schmerzmedizinische Aus- und Weiterbildungen integriert. Im Rahmen der jährlich stattfindenden Veranstaltungen „Innovationsforum Schmerzmedizin“ in Berlin und dem gemeinsam mit der Deutschen Schmerzliga e.V. organisierten „Deutschen Schmerz- und Palliativtag“ in Frankfurt/Main, treffen sich jedes Jahr mehrere hundert Schmerzexperten /-interessierte, um sich fortzubilden und sich über die neuesten Entwicklungen auszutauschen.

Weiterführende Links:
www.dgschmerzmedizin.de
www.innovationsforum.de
www.schmerz-und-palliativtag.de
www.schmerzliga.de

 

Geschäftsstelle

Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.

Lennéstraße 9 · 10785 Berlin

Tel. 030 – 85 62 188 – 0 · Fax 030 221 85 342

info@dgschmerzmedizin.de

www.dgschmerzmedizin.de

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Chronischer Schmerz führt oft zu Depression und Einsamkeit

Schmerz, lass nach!

Schmerz, lass nach!

Chronischer Schmerz führt oft zu Depression und Einsamkeit

Im gesunden Normalzustand nimmt man den Körper nicht wirklich wahr. Erst in Ausnahmesituationen – positiven wie negativen – werden wir uns des Körpers bewusst. Wenn man ihn spürt, ist meist etwas mit ihm nicht in Ordnung. Ein Signal für unangenehme Empfindungen nennen wir Schmerz. Während der „normale“ Schmerz ein nützliches Warnsignal des Körpers ist und uns vor Schaden schützen will, kann dauerhafter Schmerz krank machen und sogar selbst zur Krankheit werden.

Frau Behrenz (Name von der Redaktion geändert) hatte Schmerzen. Immer wieder war sie deswegen im Krankenhaus. Was sie damals nicht wusste – der Schmerz würde sie nie wieder ganz verlassen. Die behandelnden Ärzte konnten zwar eine chronische Entzündung der Blase feststellen, aber eine Ursache dafür fanden sie nicht. Je mehr sie sich gegen den Schmerz wehrte, desto stärker wurde er.
Schmerz ist das, was man als solchen empfindet. Und das sind keineswegs nur die Reize der Schmerznervenfasern (Nozizeptoren). Psychologische, biologische, soziale und kulturelle Faktoren beeinflussen, wie wir Schmerz wahrnehmen. Bei Unfällen, im Wettbewerb oder in anderen Situationen, in denen wir sehr erregt sind, bemerken wir Verletzungen oft nicht. Unser Schmerzempfinden ist blockiert. Andererseits empfinden Menschen Schmerzen, für die es keine wirkliche Ursache in Form einer Schädigung gibt. Angst kann das Schmerzempfinden erheblich verstärken; bestimmte psychologische Techniken können das Gegenteil bewirken. In einigen Kulturen gilt es als erstrebenswert, kein Schmerzempfinden zu zeigen, in anderen ist es üblich, dem Schmerz verstärkt Ausdruck zu geben. Jeder Körper hat ein eigenes Schmerzsystem, das individuell sehr unterschiedlich sein kann. Die Schmerzgrenze ist bei jedem Menschen anders. Diese Subjektivität des Schmerzerlebens der Patienten macht es für Mediziner oft schwer, eine richtige Diagnose zu stellen und gezielt zu behandeln. Man unterscheidet den Schmerz nicht nur danach, wo er auftritt (z.B. Kopf-, Zahn- oder Rückenschmerz) sondern auch nach der Art der Entstehung.

„Normaler“ Schmerz

Schmerz bei Gewebeverletzung.
Wenn im Körper Gewebe geschädigt wird – etwa durch eine Prellung –, laufen komplexe chemische Prozesse ab, bei dem auch die Schmerzrezeptoren aktiviert werden. Diese „schlafen“ in der Regel und sind nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen. Erst relativ heftige Reize bringen sie dazu, aktiv zu werden. Die Schmerzrezeptoren sind freie Nervenendigungen. Sie sind überall im Organismus verteilt. Wenn sie erwachen, werden sie sensibel und wecken auch die „schlafenden Kollegen“ in der näheren Umgebung. Zudem schütten sie Stoffe aus, durch die Nervenfasern zum Aussprossen angeregt werden. Sie wachsen in das umliegende Gewebe ein. Dadurch werden der gesamte Bereich der Verletzung und das umliegende Gewebe schmerzempfi ndlich. Schmerzrezeptoren stumpfen nicht ab.

Nervenschmerzen
Entstehen durch Schäden direkt an den Nerven. Bekannte Beispiele sind der Ischiasschmerz, die Nervenreizung bei akuten Bandscheibenproblemen, die Trigeminusneuralgie (Nervenreizung des Gesichtsnervs) oder das Karpaltunnelsyndrom im Bereich der Handwurzel.

Zentraler Schmerz
Er kann im Zusammenhang mit Beschädigungen des zentralen Nervensystems entstehen – also des Gehirns und des Rückenmarks. Zentrale Schmerzen treten beispielsweise bei neurologischen Erkrankungen wie Hirninfarkten oder bei Multipler Sklerose auf. Psychisch bedingter Schmerz Mancher Schmerz hat seine Ursache in seelischen Belastungen, die sich, wenn sie besonders stark sind oder dauerhaft auftreten, in körperlichen Symptomen bemerkbar machen. Der Schmerz des „gebrochenen Herzens“ wird real erfahren, der Verlust eines geliebten Menschen tut auch körperlich weh. Komplizierter wird es, wenn die Ursache für den psychisch bedingten Schmerz verborgen ist. Die Ursache ist oft auch dem Patienten unklar, mitunter wehrt er sich heftig gegen die Vorstellung, dass sein Leiden seelischen Ursprungs sein könnte. Doch auch hier kann – die Mitarbeit des Patienten vorausgesetzt – die entsprechende Fachmedizin helfen.

Chronischer Schmerz
Starke Schmerzen führen immer zu einer Abnahme der Leistungsfähigkeit und zu Passivität. Die daraus resultierende ängstlich-depressive Verstimmung und der damit zusammenhängende vermehrte Stress senken die Schmerzschwelle. Zudem nimmt der Leidende bei Schmerzen körperliche Schonhaltungen ein, die wiederum zu Schmerzen führen können. So kann ein Teufelskreis entstehen, der eine Verselbstständigung der Schmerzen fördert.

Besonders starke oder besonders langanhaltende Schmerzen verändern jene Nerven, die den Schmerz verarbeiten. Die Nervenzellen werden überempfindlich. Schon geringe Reize lösen heftige Schmerzen aus, und manchmal lösen die Nervenzellen selbst Schmerz aus, auch wenn keine akute Ursache vorliegt. Der Schmerz ist chronisch – dauerhaft – geworden. Dass diese Schmerzen nicht eingebildet sind, kann durch bildgebende Verfahren (PET) veranschaulicht werden. Aufnahmen der Hirnrinde zeigen, dass es Veränderungen in den Hirnarealen gibt, die für die chronisch schmerzenden Körperregionen zuständig sind. Dieser verselbstständigte Schmerz ist jedoch nur für einen geringen Teil der Schmerzkranken verantwortlich. Viel mehr Menschen leiden regelmäßig unter Kopfschmerzen und unter Migräne. Auch Rückenschmerzen plagen Millionen von Menschen mit unschöner Regelmäßigkeit. Da bei Frau Behrenz alle Behandlungen nichts nützten, griffen die Ärzte zu drastischen Mitteln: „Man hat mich eingestellt auf Morphine, ganz hoch dosiert, bis ich kaum noch Herr meiner Sinne war“, erinnert sich Frau Behrenz. „Drei oder vier Jahre ging das so.“ In dieser Zeit stand der Schmerz im Mittelpunkt ihres Lebens. Alles, was ihr Freude machen konnte, trat in den Hintergrund. Epidemiologie Die Schätzungen darüber, wie viele Menschen in Deutschland an chronischen Schmerzen leiden, gehen auseinander. Während in Fachpublikationen immer wieder die Zahl von acht Millionen Betroffenen auftaucht, nennen Betroffenenverbände wie die Deutsche Schmerzliga oder der Bundesverband Deutsche Schmerzhilfe e. V. vier bis fünf Millionen. Die meisten dieser Patienten können von Hausärzten, Neurologen oder Orthopäden gut versorgt werden. Es bleibt jedoch eine Gruppe von etwa einer Million Patienten, die trotz umfangreicher Behandlungen an schweren bis schwersten Schmerzen leiden. Bei ihnen ist die dauernde körperliche Schmerzwahrnehmung mit einem hohen psychischen Leidensdruck zu einer komplexen Schmerzkrankheit verschmolzen. Diese Krankheit belastet dann zunehmend auch die Familie und das weitere soziale Umfeld. Diese Gruppe teilt sich nach Angaben Deutsche Schmerzhilfe e. V auf folgende Schmerzursachen auf:

Nicht mehr therapierbare Rückenprobleme ca. 30 %
Rheumatische Erkrankungen ca. 20 %
Erkrankungen des Nervensystems ca. 20 %
Krebserkrankungen ca. 10 %
Unfallfolgen ca. 10 %
Gewebeerkrankungen ca. 10 %

Solche Schmerzpatienten haben oft einen langen und dornenreichen Weg zurückgelegt, bis sie wirkliche Hilfe finden. Aus den Zahlen des Bundesverbandes Deutsche Schmerzhilfe e. V. ergibt sich ein erschreckendes Bild. Der durchschnittliche Schmerzpatient leidet seit 9 Jahren an dauerhaften oder regelmäßig wiederkehrenden Schmerzen. Er war bei 11 Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen erfolglos in Behandlung und hat drei ergebnislose Krankenhausaufenthalte hinter sich. Erst eine Klinik in Hattingen brachte für Frau Behrenz eine positive Veränderung: Man erkannte die organische Ursache ihrer Schmerzen. „Ich leide an einer progressiven und nicht heilbaren Blasenerkrankung“, weiß sie seit dieser Zeit. In diesem Krankenhaus fand man eine Behandlung, die ihr das Leben erleichtert. Gleichzeitig begann auch eine gezielte Schmerztherapie. Wie komplex die Zusammenhänge von Psyche, Sozialisation und Schmerz sind, zeigen neuere wissenschaftliche Untersuchungen. Personen, denen in ihrer Vorgeschichte intensive und länger dauernde körperliche Schmerzen zugefügt wurden, haben ein mehrfach erhöhtes Risiko, im späteren Leben eine chronische Schmerzkrankheit zu entwickeln. Prof. Dr. Ulrich Egle von der Psychosomatischen Fachklinik Gengenbach konnte nachweisen, dass knapp die Hälfte aller Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen in ihrer Vorgeschichte Erfahrungen mit schweren Schmerzen gemacht oder Gewalt erlebt hatten. Die biographische Anamnese – also die sorgfältige Erhebung der Lebenshintergründe – ist bei führenden Fachkliniken inzwischen eines der wichtigen Instrumente der Diagnose.

Therapie
Chronischer Schmerz hat nicht nur körperliche, sondern auch psychische und soziale Ursachen. Diese Bereiche müssen bei einer erfolgreichen Therapie mit einbezogen werden. Fachleute sind sich sicher, Zass psychosoziale Wechselwirkungen (zwischen dem Patienten, seiner Familie und seinem sozialen Umfeld) die Entstehung und den Verlauf der Chronifizierung der Erkrankung entscheidend beeinflussen. Rheumakliniken und psychosomatische Kliniken bieten Behandlungen von Schmerzkranken an. Die Behandlung ist umfangreich und umfasst so unterschiedliche Elemente wie medikamentöse Schmerztherapie, Akupunktur, Psychotherapie, Paar- und Familiengespräche, Krankengymnastik und Schulungen der Patienten zum Umgang mit dem Schmerz im Alltag und Techniken der Schmerzbewältigung. Für viele Schmerzpatienten sind Selbsthilfegruppen eine große Unterstützung. Hier können sich die Patienten mit Menschen austauschen, die ein ähnliches Schicksal haben. Unter der Anleitung von erfahrenen Beratungskräften können sie hier auch Beispiele finden, wie sie mit ihrem Leiden leben können. Frau Behrenz hat heute eine andere Einstellung zu ihrem Schmerz als zu Beginn ihrer Erkrankung: „Ich habe den Schmerz angenommen. Anders funktioniert das gar nicht. Ich konzentriere mich auf Dinge, die mir Spaß machen, ich weiß, wie ich entspannen kann. So kann ich den Schmerz ein Stück weit steuern.“ Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden, rät sie, auf alle Fälle einen Schmerztherapeuten aufzusuchen. „Auch sollten sie psychotherapeutische Hilfe suchen und annehmen. Ohne Hilfe von außen schafft man das nicht.“ Sie hat sich arrangiert und weiß mit ihrem Schmerz zu leben. Er ist noch da, sie nimmt auch heute noch Schmerzmittel. Doch er ist nicht mehr bedrohlich und sie weiß: „Mein Schmerz kann mich nicht zerstören.“

Das Fibromyalgie-Syndrom

Was ist das Fibromyalgie-Syndrom?
Das Fibromyalgie-Syndrom (Faser-Muskel-Schmerz plus weiteren psychovegetativen Symptomen) ist eine schwere chronische, schwer heilbare Erkrankung. Sie ist durch ziehende Schmerzen an unterschiedlichen und ggf. auch wechselnden Körperstellen charakterisiert. Viele Patienten klagen zudem über Müdigkeit, Schlafstörungen, Morgensteifigkeit, Konzentrationsund Antriebsschwäche, Wetterfühligkeit, Schwellungen an Händen, Füßen und Gesicht. Eine sichere Diagnose ist nur über das klassifizieren der regelmäßig auftretenden Symptome, anamnesische Erhebung des Krankheitsverlaufes unter Berücksichtigung wiederkehrender Belastungssituationen bzw. ggf. Gewalt- oder Missbrauchserfahrungen zu stellen. Die ehemals aus den USA übernommene Diagnostik mittels sog. Tenderpoints (mindestens sieben von 18 Schmerzdruckpunkten müssen auf Druck ansprechen) ist wissenschaftlich nicht mehr haltbar. Chemisch, etwa durch Blutuntersuchungen oder durch bildgebende Verfahren, ist die Krankheit nicht nachweisbar, da die Schmerzen nicht das Ergebnis einer Gewebsschädigung sind, sondern eher bestehenden Funktionsstörungen zuzuschreiben sind.

Was verursacht Fibromyalgie?
Eine körperliche Ursache der Erkrankung ist bis heute nicht zu identifizieren. Es könnte eine genetische Disposition vorliegen, denn das Fibromyalgie-Syndrom kommt gehäuft in bestimmten Familien vor. Wahrscheinlicher aber liegt eine gestörte und veränderte Schmerzverarbeitung und -wahrnehmung vor. Sehr wahrscheinlich spielen psychische Faktoren sowie psychosozialer Stress und eventuell Veränderungen im Immunsystem eine Rolle.

Welche Therapien gibt es?
Das Fibromyalgie-Syndrom erfordert eine umfassende und interdisziplinäre Behandlung. Optimalerweise arbeiten Ärzte, Physiotherapeuten und Psychotherapeuten Hand in Hand. Gemeinsam mit dem Patienten stellen sie eine geeignete, individuelle aktivierende Therapie zur Krankheits- und Schmerzbewältigung zusammen. Das Behandlungskonzept enthält eine Kombination aus Psychotherapie, Bewegungstherapie, individueller physikalischer Therapie, Entspannungsverfahren und, falls notwendig, auch Medikamente. Problematisch ist die stationäre Behandlung von Fibromyalgiepatienten. Denn bei akuten Schmerzattacken werden sie in aller Regel von Krankenhäusern abgewiesen. Die Behandlung sollte ambulant durchgeführt werden. Doch es mangelt an entsprechenden Angeboten. Die Rheuma-Liga Schleswig-Holstein hat ein eigenes Therapiemodell entwickelt. Über einen Zeitraum von einem Jahr treff en sich die Teilnehmer regelmäßig zu Physiotherapie und Entspannungsübungen. Zum Therapeutenteam gehört auch ein Verhaltenstherapeut. Ein weiterer Therapiebaustein ist die Einbeziehung des Partners und der Familie.


Diagnose Demenz Diagnose Alzheimer

Demenz - Das Schreckgespenst

Demenz – Das Schreckgespenst

Krankheiten, die das Bewusstsein des Menschen betreffen, waren schon immer eine Sache der Definition. Im ICD-Katalog der WHO war Homosexualität bis 1992 als Krankheit erfasst. Im aktuellen Verzeichnis der psychiatrischen Krankheiten (DSM-IV-TR) gilt eine intensive, schwächende und andauernde Trauer von mehr als sechs Monaten Länge als behandlungsbedürftig. Und die Vergesslichkeit und nachlassende kognitive Fähigkeit unserer Großeltern heißt heute Demenz – meist noch mit dem Zusatz „Alzheimer“.

Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leben in Deutschland gegenwärtig 1,2 bis 1,5 Millionen Menschen mit Demenz. Die meisten Betroffenen sind über 85 Jahre alt. Dass die Zahl der Erkrankungen rasant zunimmt, wird von neuesten Forschungs­ergebnissen allerdings nicht belegt. Die Framingham-Herz-Studie (eine Langzeitstudie) ergab, dass die Erkrankungszahlen in den USA zurückgehen. In den 80er-Jahren erkrankten noch etwa 3,6 Prozent der Studienteilnehmer an Demenz, 2010 waren es nur noch 2,2 Prozent.

Was ist Demenz?

Nachdem die „Volkskrankheit Demenz“ eine breite öffentliche Aufmerksamkeit genießt, scheint jeder zu wissen, worum es sich dabei handelt. Doch entgegen der landläufigen Meinung ist Demenz keine Krankheit, sondern ein Oberbegriff für eine Vielzahl von Symptomen, die ganz unterschiedliche Ursachen haben können. Es gibt kein einheitliches Krankheitsbild, wie etwa bei einer Blinddarmreizung oder einer Hirnhautentzündung.
Es sind bis jetzt etwa 50 Erkrankungen und Ursachen bekannt, die Demenzsymptome auslösen können. Nachwirkungen einer Vollnarkose, Nebenwirkungen von Medikamenten, Wechselwirkungen verschiedener Medikamente miteinander, Schilddrüsenunterfunktion, unbehandelter Diabetes, Altershirndruck, starke seelische Belastungen, Hirnblutungen, Hirntraumata und Schlaganfälle sind nur einige davon.
Diese Ursachen zu erkennen ist oft schwierig und langwierig, und Zeit ist ein knappes Gut in Arztpraxen. Vielleicht ist das einer der Gründe, weshalb die Diagnose „Demenz vom Alzheimer-Typ“ so häufig gestellt wird. Das ist eine Ausschluss-Diagnose: Wenn der untersuchende Arzt keine andere Ursache findet, dann muss es wohl Alzheimer sein. Oder?

Diagnose oder Kunstfehler?

Oft wird die Diagnose Demenz vorschnell gestellt, sagt Cornelia Stolze, Autorin des 2011 erschienenen Bestsellers „Vergiss Alzheimer“. Viele Ärzte attestieren älteren Menschen bereits nach wenigen Wochen eine unheilbare Hirnkrankheit. Dabei weiß man seit Langem, dass die Symptome häufig vorübergehend sind. Sei es, weil die Ursache von allein verschwindet. Oder weil ein sorgfältiger Arzt dem Auslöser auf die Spur gekommen ist. In der offiziellen medizinischen Definition von Demenz steht daher explizit: „Für die Diagnose einer Demenz müssen die Symptome nach ICD über mindestens sechs Monate bestanden haben.“ In die Praxis übertragen heißt das: Jeder Arzt, der die Diagnose früher stellt, macht einen Kunstfehler, sagt Cornelia Stolze. „Die so diagnostizierten Menschen geraten in einen Teufelskreis aus falscher Diagnose und falschen Therapien, die alles nur noch schlimmer machen.“
Zudem besteht Demenz nicht einfach aus Vergesslichkeit oder Verwirrtheit. Dement ist nur, wer auch eine „massive, dauerhafte Störung weiterer Hirnleistungen“ aufweist, also Störungen der Sprache oder die Beeinträchtigung ganz alltäglicher Fähigkeiten wie etwa Gegenstände zu erkennen, Gespräche mit anderen Menschen zu verstehen oder alltägliche Handgriffe sinnvoll und in der richtigen Reihenfolge auszuführen. In ihrem neuen Buch „Verdacht Demenz?“ rät Cornelia Stolze Angehörigen von Betroffenen, den untersuchenden Ärzten zu helfen, richtig zu diagnostizieren. Angehörige können den Ärzten wichtige Informationen aus dem Leben der „Demenzverdächtigen“ geben.

Geschichte der Alzheimer-Krankheit

Die erste „Alzheimer-Patientin“, Auguste Deter, 51 Jahre alt, war Insassin der Frankfurter Heilanstalt. Ihr Mann hatte sie dort eingeliefert, nachdem sich ihr Verhalten im Zeitraum von etwa fünf Jahren auffällig verändert hatte. Sie zeigte zunehmende Verwirrtheit und emotionale Instabilität. Sie war räumlich und zeitlich desorientiert. 1901 untersuchte der Arzt Alois Alzheimer die Patientin mit dem für ihr Alter außergewöhnlichen Krankheitsbild. Nach ihrem Tod im Jahr 1906 obduzierte er ihr Gehirn. Unter dem Mikroskop fand er Eiweißablagerungen, Eiweißfäden (Fibrillen) und einen Rückgang der Hirnsubstanz.
Am 3. November des gleichen Jahres stellte er auf einer Fachtagung in Tübingen vor Psychiatern und Nervenärzten das Krankheitsbild als eigenständige Krankheit vor. Von den anwesenden Kollegen kam keine Reaktion. 1907 erschien seine Arbeit in der Allgemeinen Zeitschrift für Psychiatrie.
Drei Jahre später benannte der Psychiater Emil Kraepelin in der achten Ausgabe seines Lehrbuchs der Psychiatrie die Erkrankung nach ihrem Entdecker. Alois Alzheimer hatte eine seltene neurologische Erkrankung relativ junger Menschen diagnostiziert und beschrieben. 50 Jahre lang kannten nur wenige Fachleute den Begriff Morbus Alzheimer1.

Die Geburt einer Epidemie

Nach dem 2. Weltkrieg stieg die Zahl der altersverwirrten Menschen an. Das lag auch an der gestiegenen Lebenserwartung. Mit dem neu entwickelten Elektronen­mikroskop stellte man fest, dass die Gehirne altersdementer Personen und die von Alzheimerkranken nahezu identische Schädigungen aufwiesen. Entsprechende Studien wurden Ende der 1960er-Jahre veröffentlicht. Der US-amerikanische Neurologe Robert Katzman übernahm die Bezeichnung „Alzheimer“ für beide Formen der Demenz und behauptete 1976, die Krankheit sei „die weltweit häufigste Form der Demenz und eine Herausforderung für die öffentliche Gesundheit“. Er schuf damit einen bis heute unbesiegten, schrecklichen Giganten.
1980 wurde die Alzheimer’s Association in den USA gegründet, 1989 die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Der Begriff verbreitete sich explosionsartig. Inzwischen ist das Wort Alzheimer das Schreckgespenst aller älter werdenden Menschen.
Regierungen haben Alzheimer den Krieg erklärt und versprochen, alle Ressourcen für den Kampf zu mobilisieren. Milliarden an Forschungsgeldern wurden und werden ausgeschüttet, Tonnen von Medikamenten werden dagegen verschrieben und eingenommen. Doch Wissenschaft, Medizin und Gesundheitspolitik scheinen in ihrem Kampf gegen Alzheimer keinen Schritt vorangekommen zu sein. Woran liegt das?

Das Dilemma mit der Diagnose

Es gibt heute mehrere Tests, mit denen Ärzte kognitive Einschränkungen feststellen können. Doch der Nutzen dieser Tests ist fragwürdig. Denn die Ursachen für die mentalen Ausfälle sind damit nicht geklärt. Und selbst ein schlechtes Ergebnis in diesen Tests ist kein Beweis für das Vorliegen einer Demenz. Dem Begriff „Frühdemenz“ ist daher mit äußerster Vorsicht zu begegnen. Die Forschung versucht seit Jahren mithilfe von bildgebenden Verfahren, Untersuchungen von Blut oder gar von Rückenmarksflüssigkeit Alzheimer bei lebenden Menschen nachweisen zu können. Bisher vergebens.
Die Auffassung ist weitverbreitet, dass sich die Alzheimer-Krankheit posthum sicher diagnostizieren ließe. Tatsächlich lassen sich Veränderungen im Gehirn bei einer Obduktion gut erkennen. Als Nachweis der Erkrankung gelten jene charakteristischen Ablagerungen, die bereits Alois Alzheimer beschrieben hatte: Eiweißverklumpungen aus Beta-Amyloid (Plaques) oder verknäulte Fäden aus Tau-Proteinen, sogenannte Fibrillen.
Wie unsicher selbst diese Annahme ist, zeigt die Nonnenstudie. Darin untersuchen der Epidemiologe David Snowden von der Universität von Minnesota und sein Forscherteam seit 1986 amerikanische Ordensfrauen. Die Nonnen werden regelmäßig auf ihre geistige Leistungsfähigkeit getestet. Die Vereinbarung zwischen der Universität und dem Nonnenorden sieht vor, dass die Teilnehmerinnen nach ihrem Tod obduziert werden. Dabei zeigt sich Erstaunliches. In allen untersuchten Gehirnen finden sich die typischen Ablagerungen in unterschiedlichen Graden. Doch manche der Studienteilnehmerinnen waren zu Lebzeiten bis zuletzt geistig rege und klar, obwohl sie massive Ablagerungen im Gehirn hatten, während andere, deren Gehirne weit weniger geschädigt waren, als schwer dement galten. Nur in 10 Prozent der Fälle ließ sich ein direkter Zusammenhang zwischen den charakteristischen Veränderungen des Gehirns und Demenzsymp­tomen erkennen.
Vieles spricht dagegen, dass die Plaques ursächlich für die Erkrankung sind. Der Biochemiker Christian Haass hatte bereits 1992 die Beobachtung gemacht, dass das für die Alzheimer-Krankheit charakteristische Beta-Amyloid von jedem Menschen gebildet wird, nicht nur von Alzheimer-Patienten.
Die Erklärungen zu den medizinischen Ursachen von Alzheimer sind nicht stichhaltig. Das muss auch die Pharmaindus­trie immer wieder schmerzhaft feststellen. Das bekannte Pharmaunternehmen Pfizer stoppte ein großes Projekt zur Einführung eines neuartigen Alzheimer-Medikaments. Dieses konnte zwar die Plaques in den Gehirnen der Studienteilnehmer abbauen, aber den Patienten ging es dadurch nicht besser; der Zustand vieler Probanden verschlechterte sich sogar.

Diagnose mit Nebenwirkungen

„Alzheimer“ lässt sich nicht sicher nachweisen. Daher ist eine solche Diagnose immer sehr gewagt. Und sie hat immer erhebliche Nebenwirkungen, besonders wenn es sich dabei um eine Selbstdiagnose handelt. Am 7. Mai 2011 nahm sich der bekannte Industrielle, Autor und Fotograf Gunter Sachs im Alter von 78 Jahren das Leben. In seinem Abschiedsbrief erklärte er: „In den letzten Monaten habe ich durch die Lektüre einschlägiger Publikationen erkannt, an der ausweglosen Krankheit A. zu erkranken. (…) Der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben wäre ein würdeloser Zustand, dem ich mich entschlossen habe, entschieden entgegenzutreten.“ Seinen Vertrauten war bekannt, dass Gunter Sachs unter Depressionen litt.
Natürlich führt die Diagnose Alzheimer nicht in jedem Fall zu Selbstmord; in vielen Fällen wird sie jedoch zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Nicht nur sprechen Angehörige einem mit Alzheimer diagnostizierten Familienmitglied oft sämtliche mentalen Fähigkeiten ab, viele Betroffene glauben selbst, dass es von nun an nur noch bergab gehen kann. Da das Selbstbild stark auf die eigene Persönlichkeit wirkt, ist es nicht verwunderlich, wenn sich der betroffene Mensch sehr schnell in die erwartete Richtung verändert.

Medikamentöse Therapie

Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die gern und häufig bei der Diagnose Demenz verschrieben werden. Viele von ihnen haben Nebenwirkungen, die sich kaum von den Störungen unterscheiden, die sie beheben sollen. Die aktuell zugelassenen Wirkstoffe werden auch von Fachleuten eher kritisch gesehen: „Die Acetylcholinesterase-Hemmer (AChE-I) Donepezil, Rivastigmin und Galantamin haben im frühen Stadium der Erkrankung eher bescheidene Effekte auf Kognition und Erinnerung. Dem auch zeitlich begrenzten Nutzen stehen hohe Kosten und unerwünschte Arzneimittelwirkungen gegenüber. Ein anderer Wirkstoff ist Memantin (…) Jedoch ist sein Nutzen aufgrund neurotoxischer Wirkungen umstritten.“ Das sagen Volkmar Tell und Andreas Hilgeroth, Pharmazeuten am Institut für Pharmazie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, in einem Artikel der Pharmazeutischen Zeitung aus dem Jahre 2011.

Neue Therapien

Die Forschung arbeitet momentan an neuen Projekten im Kampf gegen Alzheimer. Künstlich hergestellte Antikörper sollen als passive Impfung verabreicht werden. Passiv bedeutet, der Körper des Patienten bildet diese Antikörper nicht selbst, sie müssen immer wieder neu zugeführt werden. Gleich drei neue Wirkstoffe sind in der klinischen Erprobung. Sie richten sich jeweils gegen einen der Hauptverdächtigen für die Entstehung der Demenz vom Alzheimer-Typ: gegen die Eiweißablagerungen aus Beta Amyolid, gegen die Fibrillen aus Tau-Eiweiß und gegen Beta-Amyloid-Moleküle, die sich zu Ketten verhaken und als Vorstufe zu den Eiweißablagerungen gelten. Momentan laufen klinische Erprobungen. Im Jahr 2017 rechnet man mit den ersten Veröffentlichungen von Studien. Bis zu einer möglichen Zulassung werden noch Jahre vergehen. Das Marketing scheint aber schon recht gut zu funktionieren. Noch bevor ein entsprechender Fachartikel veröffentlicht war und von Wissenschaftlern validiert werden konnte, gab es bereits Sensationsmeldungen mit Schlagzeilen wie „Medikamente stoppen das Vergessen“ (Focus, Ende Mai 2016).

Alternative Erklärungsmodelle und Ansätze

Neben dem medizinischen Ansatz gibt es weitere Erklärungsmodelle für das Phänomen Demenz. Der österreichische Demenzforscher Erich Böhm spricht von einer Lebenskrise als Auslöser – der Lebenswille erstirbt und kehrt sich in sein Gegenteil. Böhm glaubt, Altersdemenz ist eine psychische Krankheit und damit therapierbar. In seinem Buch „Verwirrt nicht die Verwirrten“ schildert er Beispiele gelungener Wiedereingliederung von Demenzpatienten in ihr häusliches Umfeld.
Die amerikanische Demenzexpertin Naomi Feil sieht in dem veränderten Verhalten eine Bewältigungsstrategie für bisher ungelöste Lebensfragen. Die oft rätselhaften und schwer nachvollziehbaren Klagen oder Anschuldigungen altersverwirrter Menschen sind laut Naomi Feil verschlüsselte Botschaften über Verluste oder andere belastende Erlebnisse in der Biografie. Die von Naomi Feil entwickelte Technik der Validation ist ein Schlüssel zum Verständnis dieser Anliegen und basiert auf einem wertschätzenden und respektvollen Umgang.
Erich Schützendorf und Helmut Wallraffen-Dreisow halten in ihrem Buch „In Ruhe verrückt werden dürfen“ ein ebenso fachkundiges wie leidenschaftliches Plädoyer für einen veränderten Umgang mit demenziell veränderten Menschen. Erich Schützendorf verteidigt „Das Recht der Alten auf Eigensinn“ in einem eigenen Buch. Die älteren und verwirrten Menschen, sagt er, müssten nicht in Verhaltensnormen gepresst werden, denen wir uns freiwillig unterwerfen. Das Problem der Demenzkranken sei in vielen Fällen die Haltung ihres sozialen Umfelds.

Die Neuroplastizität des Gehirns

Eines der wichtigsten Heilmittel liegt im Gehirn selbst. Heute weiß man, dass das Gehirn in der Lage ist, bis zum Tode neue Nervenzellen zu bilden. Vor allem die Bereiche des frontalen Cortex und des Hypocampus können sich sehr gut regenerieren. Das Gehirn braucht dazu allerdings Anregungen. In einer reizarmen Umgebung gibt es keine Notwendigkeit, neue Nervenzellen zu bilden.
Die Art der Lebensführung ist somit entscheidend für die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Vielfältige soziale Kontakte, regelmäßige Bewegung und eine gesunde Neugier halten das Gehirn offenbar länger leistungsfähig. Und selbst bei einer beginnenden Altersverwirrtheit kann ein regelmäßiges Training der kognitiven Fähigkeiten die noch vorhandenen Ressourcen stärken und schützen. Wer sein Leben jedoch eher teilnahmslos und bewegungsarm führt und vor allem viele Stunden vor dem Fernsehbildschirm verbringt, erhöht deutlich sein Risiko, Demenzsymptome zu entwickeln.

Demenz belastet

Es steht außer Frage, dass demenzielle Veränderungen eine schwere Herausforderung für die Betroffenen und ihre Angehörigen bedeuten. Das Gedächtnis wird unzuverlässig, vielfach haben die Betroffenen Probleme, sich zeitlich oder örtlich zu orientieren. Tätigkeiten, die zeitliche oder räumliche Planung erfordern, können sie nicht mehr ausführen. Zu erleben, dass man selbst oder ein nahestehender Mensch geistig nicht mehr richtig „funktioniert“, bringt die die vertraute Welt ins Wanken. Doch das muss nicht gleich ihren völligen Einsturz bedeuten. Denn obwohl manche Fähigkeiten verloren gehen, gelingen den Betroffenen andere Dinge sehr wohl noch, etwa im musischen Bereich. Allerdings brauchen die Betroffenen dabei Unterstützung und Hilfe. Das muss keinesfalls bedeuten, dass man ihnen alle Belastungen abnimmt und sie zur Passivität animiert – im Gegenteil, denn zu viel Fürsorge kann die Demenzsymptome eher noch verstärken.

Demenz und Gesellschaft

Im Jahre 2010 organisierte die Organisation Demenz-Support Stuttgart einen Kongress unter dem Titel „Stimmig – Menschen mit Demenz bringen sich ein“. Zum ersten Mal traten in Deutschland Demenzbetroffene bei einer öffentlichen Veranstaltung auf. Redner aus den USA, Großbritannien und Deutschland sprachen über ihr Leben mit der demenziellen Behinderung und über ihren Kampf für ihre Interessen. Seit dieser Zeit ändert sich langsam das öffentliche Bild vom demenziell erkrankten Menschen. Die damaligen Referenten werden zu weiteren Veranstaltungen und zu Talkshows in Rundfunk und Fernsehen eingeladen. Und auch in den Broschüren der Selbsthilfe­organisationen werden die Betroffenen nun nicht mehr nur als hilflose Hilfeempfänger gesehen, sondern als Personen mit Unterstützungsbedarf, aber auch mit Fähigkeiten und Potenzialen.

Fazit

Das Thema Demenz wird unsere Gesellschaft noch länger begleiten. Es reicht nicht, darauf zu vertrauen, dass die Wissenschaft ein wundersames Heilmittel gegen „Alzheimer“ finden wird. Es besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Lebensalter und Demenz. Denn mit dem Alter steigt das Risiko für die unterschiedlichen Ursachen und Störungen, die Demenzsymptome auslösen können, wie Operationen, Schlaganfälle, Nebenwirkungen von Medikamenten etc.
Daher kommt den Angehörigen von Menschen, die im Verdacht stehen, dement zu sein, eine große Bedeutung zu. Sie sind nicht nur bei einer möglichen Pflege und Betreuung gefragt, sondern schon vorher. Wenn sie den untersuchenden Arzt gründlich über die Krankheitsgeschichte des Angehörigen informieren, können sie helfen, dass er die richtige Diagnose findet. In vielen Fällen kann so eine Demenzkarriere vermieden werden.

Mögliche Ursachen von Demenzsymptomen

Ursachen für Demenzsymptome sind oft verborgen. Ärzte haben meist wenig Zeit, sich gründlich mit der Patientengeschichte zu befassen. Die Diagnose lautet daher oft vorschnell: Demenz vom Alzheimer-Typus. Eine Vielzahl von Ursachen kann Demenzsymptome hervorrufen. Die folgende Aufzählung zeigt nur einige der wichtigsten.

  • Mangelnde Flüssigkeitszufuhr
  • Unterzuckerung
  • Vitaminmangel
  • Erhöhter Hirndruck (Normaldruckhydroenzephalus)
  • Depression (Pseudo-Demenz)
  • Delir nach Vollnarkose Korsakow-Syndrom (Alkohol-Demenz)
  • Missbrauch von
    – Medikamenten
    – Alkohol
    – anderen Drogen
  • Grunderkrankungen wie
    – Gehirntumore
    – Morbus Parkinson
    – Schilddrüsenfehlfunktionen
    – Durchblutungsstörungen
  • Nebenwirkungen von
    – Psychopharmaka
    – Schmerzmitteln


Wassertrinken für die Gesundheit

Warum Wassertrinken so gesund ist

Warum Wassertrinken so gesund ist

Quelle: www.apotheken-umschau.de

Wasser ist unser Lebenselixir: Wer genug davon trinkt, kann Übergewicht vorbeugen und den Stoffwechsel aktivieren. Zu viel kann aber auch schaden

Unser wichtigstes Lebensmittel ist preiswert und kalorienfrei. In Deutschland kommt es fast überall in sehr guter Qualität aus dem Hahn. Trotzdem wird Wasser noch oft unterschätzt. „Wir achten zu wenig auf gesundes Trinkverhalten“, sagt Dr. Michael Boschmann, leitender Arzt am Franz-Volhard-Centrum für Klinische Forschung an der Charité Universitätsmedizin Berlin.

Wer zwischen den Mahlzeiten Softdrinks konsumiere, führe dem Körper ständig Kalorien zu. „Folglich muss er nie an seine Reserven gehen“, erklärt Boschmann. „Wer stattdessen Wasser trinkt, wird seltener übergewichtig.“ Mit einem Liter Wasser lassen sich im Vergleich zu Cola oder Limo mehr als 400 Kilokalorien sparen, sofern es sich nicht um Light-Produkte handelt.

Hilft beim Abnehmen: Wasser vor dem Essen trinken
Wie Forscher von der Uni Birmingham (England) im Fachblatt Obesity Journal berichten, nehmen Übergewichtige schneller ab, wenn sie vor den Hauptmahlzeiten einen halben Liter Wasser trinken – nach zwölf Wochen im Schnitt 1,3 Kilogramm. Da die Flüssigkeit den Magen füllt, essen die Wassertrinker anschließend weniger, vermuten die Forscher. Mediziner Boschmann ist überzeugt, dass mehr dahintersteckt. Seit Jahren untersucht er den Einfluss von Trinkwasser auf den Körper: „Es löscht nicht nur den Durst, es aktiviert auch Kreislauf und Stoffwechsel.“

Bei Normalgewichtigen erhöhe ein halber Liter Flüssigkeit, die Raumtemperatur hat, vor dem Frühstück den Energieverbrauch um etwa 50 Kilokalorien. Rund die Hälfte davon entfalle auf die Erwärmung des Trinkwassers von Raum- auf Körpertemperatur, die andere auf eine Steigerung der körpereigenen Wärmeproduktion. „Bei Übergewichtigen ist diese endogene Thermogenese möglicherweise gestört“, meint Boschmann. Das würde erklären, warum der Kalorienverbrauch nach dem Trinken bei ihnen geringer ausfällt.

Noch längst sind nicht alle Geheimnisse rund um das gesunde Nass gelüftet: „Wir vermuten, dass Wassertrinken nach den Mahlzeiten auch wichtig ist für eine optimale Wirkung des blutzuckersenkenden Hormons Insulin“, sagt Boschmann. Sollte sich diese Annahme bestätigen, könnte falsches Trinkverhalten auf Dauer Diabetes fördern.

Wie viel Wasser täglich trinken?
Obwohl der Körper zu bis zu 70 Prozent aus Wasser besteht, kann er es nicht speichern. Über Nieren, Darm, Lunge und Haut werden täglich etwa zweieinhalb Liter ausgeschieden – bei Hitze, körperlicher Anstrengung oder Fieber noch mehr. Kopfschmerzen, Konzentrations- und Kreislaufprobleme, trockene Haut, dunkler Urin und Verstopfung weisen auf einen Flüssigkeitsmangel hin.

Anderthalb Liter am Tag gelten für gesunde Erwachsene als Richtgröße. „Das ist ein Mittelwert, der noch nie systematisch untersucht wurde“, weiß Boschmann. „Anstatt ständig an der Wasserflasche zu hängen, sollte man auf seinen Körper hören und trinken, wenn man Durst hat.“

Allerdings nimmt das Durstgefühl bei älteren Menschen oft ab. „Möglicherweise brauchen sie wegen ihrer verringerten Stoffwechselaktivität auch weniger Flüssigkeit“, vermutet Boschmann. Er rät davon ab, Senioren zu nötigen, anderthalb Liter oder mehr zu trinken – zumindest, solange sie sich wohlfühlen. Kreislaufprobleme und Verwirrtheit weisen mitunter auf eine beginnende Austrocknung hin.

Zu viel kann schaden
Doch nicht nur zu wenig, sondern auch zu viel ist manchmal schädlich: „Wir können nicht auf Vorrat trinken“, betont Professor Johannes Mann, ärztlicher Leiter des KfH-Nierenzentrums in München-Schwabing. „Wer das versucht, verdünnt seine Blutsalze zu stark.“

Eine solche Hyponatriämie könne zu einer lebensbedrohlichen Hirnschwellung führen – etwa bei Marathonläufern, die während des Wettkampfs zu viel trinken. „Dann verhindern Stresshormone, dass die Nieren das überschüssige Wasser ausscheiden“, erklärt Mann. Bei Freizeitsportlern sieht der Nierenspezialist dagegen keine Gefahr: „Sie sollten es einfach dem Durst überlassen, wie viel sie trinken.“

Patienten mit Wasseransammlungen im Gewebe und mit schweren Nierenerkrankungen rät Mann, beim Trinken eher zurückhaltend zu sein. „Auch Patienten mit Herzschwäche und hohem Blutdruck sollten die optimale Menge mit ihrem Arzt besprechen.“

Quelle: www.apotheken-umschau.de


Rückenschmerzen

Rückenschmerzen beginnen bei den Füßen

Rückenschmerzen beginnen bei den Füßen

Gut zu Fuß mit dem richtigen Schuhwerk

Selsingen. Wenn wir Schuhe tragen, wird die natürliche Bewegungsabfolge beeinflusst. Zum einen dadurch, dass Schuhe Einheitsgrößen haben, Füße aber individuell verschieden sind. Zum anderen sind viele Schuhe gar nicht so konzipiert, dass sie gesundes Gehen ermöglichen. High Heels und Flip-Flops können auf Dauer zu schmerzenden Füßen, Muskelverspannungen in den Beinen und letztlich sogar zu Rückenbeschwerden führen.

Es empfiehlt sich also, so oft wie möglich rückengerechte Schuhe zu tragen. Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. erklärt, welche Schuhe den Bewegungsapparat am besten unterstützen und deswegen mit dem AGR-Gütesiegel ausgezeichnet wurden.

Aktivschuhe – sportliche Alltagsbegleiter

Aktivschuhe sind die perfekten Alltagsschuhe. Sie passen zu vielen Gelegenheiten, sind dezent und sportlich-elegant. Ein ausgeklügeltes Dämpfungssystem ist das Kernelement eines rückengerechten Aktivschuhs, denn es kompensiert die Stoß- und Druckkräfte, die beim Laufen auf harten Böden entstehen und eine Belastung für Muskeln und Gelenke darstellen.

Freizeitschuhe, die dem ganzen Körper gut tun

Viele Menschen tragen im Berufsleben Schuhe, die elegant, aber auf Dauer unbequem sind. Freizeitschuhe und -clogs müssen dies dann kompensieren – am besten dadurch, dass sie Füßen und Bewegungsapparat maximalen Komfort bieten. Eine den verschiedenen Fußzonen angepasste Dämpfung ist notwendig, um Stoßbelastungen abzufedern. Außerdem müssen die Füße im Schuh ausreichend Bewegungsfreiheit haben.

Weitere Infos bei: www.agr-ev.de


Ehrenamt im Ruhestand senkt Sterberisiko

Ehrenamt im Ruhestand senkt Sterberisiko

Ehrenamt im Ruhestand senkt Sterberisiko

Das Open Journal des British Medical Journal veröffentlichte eine Studie über Menschen im Ruhestand, die zeigt, dass die aktive Mitgliedschaft in sozialen Gruppen wie Buchclubs oder Kirchengemeinden positive Auswirkungen auf Gesundheit und Sterblichkeit hat.

Gemeinsam aktiv älter werden macht mehr Freude und hält gesund

Der Renteneintritt stellt einen wichtigen Übergang im Leben dar. Er hat signifikante Auswirkungen auf die Gesundheit. Viele ältere Menschen leiden nach Eintritt in den Ruhestand unter einer merklichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes. Die Studie in England untersuchte das Ausmaß, in welchem die Mitgliedschaft in sozialen Gruppen nach Beginn der Rente die Lebensqualität und die Sterblichkeit beeinflusst. Über einen Zeitraum von sechs Jahren wurden 424 Personen und eine gleich große Kontrollgruppe untersucht.

Engagement bestimmt Risiko

Das Resultat zeigte, dass Ruheständler, die vor Renteneintritt in zwei sozialen Gruppen aktiv waren, ein Sterberisiko von 2 Prozent innerhalb sechs Jahren hatten. Wenn sie die Mitgliedschaft in einer Gruppe verloren, stieg das Sterberisiko auf 5 Prozent. Traten sie aus beiden Gruppen aus, erhöhte sich das Sterberisiko auf 12 Prozent. Das Studienergebnis ist auch im Hinblick auf soziodemografische Variablen wie Alter, Geschlecht, Beziehungsstatus und Einkommen stabil. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Mitgliedschaft in sozial aktiven Gruppen einen ähnlich positiven Effekt auf die Gesundheit hat wie regelmäßige körperliche Übungen.

Beratung zum Ehrenamt gefordert

Hanna Terrey von der Charity Aid Foun­dation sagte dazu: „Ehrenamtliche Tätigkeit spielt eine vitale Rolle im Kampf gegen Isolation und Einsamkeit, unter der momentan ein Drittel der älteren Bevölkerung leidet. Wer sich in den Ruhestand begibt, ist danach oft eine große Stütze für Familie und Freunde. Viele ältere Menschen möchten jedoch auch weiterhin gesellschaftlich engagiert sein und soziale Zwecke unterstützen. Jeder fünfte ältere Mensch ist der Überzeugung, Fähigkeiten oder Talente zu haben, die der Gesellschaft nützen könnten. Sie sehen gegenwärtig jedoch keine Möglichkeit, diese Ressourcen einzusetzen.“ Die Charity Aid Foundation schlägt daher vor, dass Ruheständler mit dem Rentenbescheid Beratung und Informationen darüber erhalten, wie sie sich im Ruhestand sozial engagieren können und welche Auswirkungen das auf ihre Gesundheit hat. Eine solche Beratung wäre ein großer Gewinn für die Betroffenen und die Gesellschaft im Allgemeinen.

 


Aktuelles aus der Pflege und Betreuungswelt: Lavendel – natürliche Hilfe gegen Kopfschmerzen

Lavendel - natürliche Hilfe gegen Kopfschmerzen

Lavendel – natürliche Hilfe gegen Kopfschmerzen

Lavendel ist berühmt für seinen angenehmen Geruch. Aber nicht nur dafür: Er hilft auch bei allerlei Krankheiten wie etwa Kopfschmerzen, Unruhe oder Migräne.
Bei innerer Unruhe, Angstgefühlen und daraus resultierenden Schlafstörungen kann Lavendel die Beschwerden lindern.

Lavendel: Anwendung und Heilwirkung

Das ätherische Öl wirkt beruhigend, entspannend, schlaffördernd, magenstärkend, stoffwechselantreibend, entzündungshemmend und keimtötend.

In den letzten Jahren ist die angstlösende Wirkung des Lavendels zunehmend in den Vordergrund getreten. Die Wirkstoffe Linalylacetat und Linalool zeigen einen regulierenden Einfluss auf die Zellen des Nervensystems. Aus dem Gleichgewicht geratene Neurotransmitter gelten heute als Ursache für ängstliche Unruhezustände.

Dieses Ungleichgewicht kann ein spezielles Lavendelöl beseitigen. In der traditionellen Pflanzenheilkunde werden getrocknete Lavendelblüten häufig beruhigenden und den Magen und Darm regulierenden Tees, auch zusammen mit beispielsweise Kamille, Fenchel oder Melisse zugesetzt.

Äußerlich kommt Lavendelöl bei Muskelschmerzen oder als mildes Antiseptikum zum Einsatz. Lavendel ist zudem ein unverzichtbarer Bestandteil der Aromatherapie bei Kopfschmerzen oder Migräne.

Im Lavendel enthaltene Wirkstoffe

Ätherisches Öl aus frischen Blüten mit v.a. Linalylacetat und Linalool, in geringen Mengen auch Limonen, Cineol und 3-Octanon. Die Zusammensetzung des ätherischen Lavendelöls hängt wesentlich von Boden und Klima ab.

Verbreitung

Die Herkunftsregion des echten Lavendels ist das westliche Mittelmeer. Besonders verbreitet ist die Pflanze in der Haute-Provence. In Mitteleuropa wird Lavendel vielfach als Zierpflanze in Gärten kultiviert.

Botanik

Der Lavendel hat blaue bis violette Blüten, die von Juni bis August blühen. Sie sind in Scheinquirlen angeordnet und besitzen einen kurzen Stiel. Die Lavendelblätter sind etwa 4 Zentimeter lang und besitzen eine längliche Form. Sie sind gegenständig angeordnet. Auf ihrer Ober- und Unterseite haben jüngere Blätter einen grauen Filz. Mit zunehmendem Alter vergrünen sie. Die Lavendelfrucht ist eine kleine, braun glänzende Nuss. Die Zweige des Lavendels sind stark verästelt. Der Strauch wird etwa 2 Meter hoch.

Andere Namen für den Echten Lavendel

Schmalblättriger Lavendel, Arzneilavendel

Wissenswertes über Lavendel

Bereits die alten Ägypter verwendeten Lavendel beim Einbalsamieren der Toten. Bei den Römern war er ein beliebter Zusatz zum Waschwasser und bei Bädern. So leitet sich sein Name auch vom lateinischen »lavare« (dt.: waschen) ab. Bis ins 20. Jahrhundert half Lavendel aufgrund seiner desinfizierenden Wirkung aus, wenn keine anderen Desinfektionsmittel zur Verfügung standen. Auch als Werkzeug der Mottenbekämpfung zur Lavendel bis heute seinen Dienst.

Die medizinische Verwendung von Lavendel kennt eine lange Tradition. Im antiken Griechenland sollte er bei der Behandlung von Menstruations- und Nierenbeschwerden helfen. Paracelsus hingegen riet bei diversen Nervenleiden zu Lavendel. Die berühmteste Kennerin von Heilpflanzen im Mittelalter, Hildegard von Bingen, sah in Lavendel ein probates Mittel gegen unkeusche Gedanken. Ein so wirksames Kraut konnte dann natürlich auch böse Geister vertreiben.

Im Jahr 2008 war Lavendel die Heilpflanze des Jahres (NHV Theophrastus).

Quelle: https://www.praxisvita.de/lavendel-1432.html